Bitte einmal zum Matterhorn
Ein weiterer Mutter-Tochter-Campingtrip
Kurzüberblick
Reiseziel: Schweiz – Visp als Basis
Reiseart: Mutter-Tochter-Campingreise mit Wohnmobil & Bahn
Schwerpunkte: Alpen, Bahnreisen, Matterhorn
Besonderheit: Reise trotz Erkältung & Schnee
Diese Reise war wieder eine unserer besonderen Mutter-Tochter-Touren. Wir nannten sie liebevoll „Mutter-Kind-Kur“, denn ich ging bereits mit Husten auf diese Reise. Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – wurde sie sehr intensiv.
Aufbruch – von flachem Land zu den Bergen
Unser Ziel war Visp in der Schweiz.
Los ging es im Saarland, erst einmal Richtung Frankreich. Natürlich nicht über die Autobahn.
Leider starteten wir direkt im Regen. Kein Aussteigen, keine Fotos, kein Beinevertreten – aber selbst durch die Scheiben war die Landschaft wunderschön. Stundenlang fuhren wir an Feldern und Wäldern vorbei. Dieses Land ist einfach unglaublich groß und voller Natur.
Pünktlich zur Ankunft am Stellplatz in Fougerolles-Saint-Valbert hörte der Regen auf. Der Platz lag idyllisch im Ort. Anfangs wussten wir nicht genau, wie wir hineinkommen, aber nach einer kleinen Ehrenrunde fand ich die Einfahrt. Wir standen an einer Wiese, umgeben von großen Bäumen, direkt an einem kleinen Bach. Nach und nach kamen weitere Camper, doch jeder blieb für sich. Ein bisschen schade – aber wir genossen einfach die frische Luft und die Ruhe.
Richtung Alpen – langsam höher, plötzlich mittendrin
Am nächsten Morgen ging es zur Bäckerei. Leckere Éclairs als Reiseproviant – ein sehr guter Start.
Nach dem Frühstück verstauten wir alles und machten uns auf den Weg Richtung Alpen. Unser Ziel war Annecy.
Mit jeder Kurve und jedem Hügel wurde das Wetter besser. Wir warteten auf die Berge – aber nicht so wie in Deutschland, wo man sie plötzlich am Horizont sieht. Stattdessen fuhren wir langsam immer höher und waren auf einmal mitten in ihnen.
Leider konnten wir nicht exakt meine geplante Route fahren. Gesperrte Straßen tauchen ja gern überraschend auf. So ging es über schmale Straßen, vorbei an felsigen Bergwänden – und plötzlich durch Schnee. Bergauf, bergab, immer weiter, bis wir schließlich in Annecy ankamen.
Der Stellplatz am See war leider voll. Zum Glück plane ich immer mehrere Alternativen. Also fuhren wir weiter am See entlang bis Faverges. Dort war der Stellplatz ruhig – nur die Koordinaten stimmten nicht ganz. Dank Handy und Streetview fand ich ihn schließlich doch. Abendessen, ein paar Schritte an der frischen Luft – für die Burg reichte die Kraft nicht mehr.
Über Chamonix in die Schweiz – und ein kleiner Buchungsfehler
Am nächsten Morgen ging es bei bestem Wetter Richtung Visp. Meine Route führte uns über Chamonix-Mont-Blanc. Leider war der Mont Blanc in Wolken gehüllt, aber die Strecke war trotzdem traumhaft.
Nach der Grenze ging es bergab ins Tal. Dort fuhren wir kurz Autobahn – einfach, weil sie parallel verlief und uns Ampeln ersparte. Und dann fiel mir unterwegs etwas ein: Ich hatte mich beim Buchungsdatum vertan.
An der Rezeption war niemand. Also buchte ich kurzerhand online einen Tag früher – und wir konnten direkt auf unsere Parzelle. Sorgen hätte ich mir keine machen müssen: Der Platz war fast leer. Wir richteten uns ein und meldeten uns später ganz entspannt an.
Schnee im April & perfekte Vorbereitung
Am nächsten Morgen wartete eine Überraschung: Schnee.
Für mich ein Traum – ich liebe Schnee.
Wir erkundeten Visp: Bahnhof, Busse, Einkaufsmöglichkeiten. Ich hatte im Vorfeld einen Swiss-Travel-Pass besorgt. Damit konnten wir alle Busse und Bahnen nutzen, bekamen Rabatte auf Bergbahnen und mussten für den Glacier-Express nur Sitzplätze reservieren.
In der Touristeninformation bekamen wir einen großartigen Tipp:
„Fahren Sie doch einfach mit dem normalen Zug. Der fährt exakt dieselbe Strecke.“
Gesagt, gemerkt, begeistert.
Zusätzlich hatte ich mir eine E-SIM besorgt – Erreichbarkeit und Recherche waren gesichert. Die Freundlichkeit, die uns überall begegnete, hat mich wieder einmal beeindruckt.
Acht Stunden Bahn – und ein unvergesslicher Tag
Wir standen früh auf, packten Brotzeit ein und wussten: Wir würden lange unterwegs sein.
Der Zug stand bereit. Kaum Menschen im Abteil. Der Glacier-Express fuhr voll an uns vorbei. Wir wollten bis Andermatt. Erst Tal, dann hoch hinaus: Brücken, Täler, Panorama, Sonne. Und nach einem Tunnel plötzlich: Nebel und Schnee.
Andermatt empfing uns mit Schneesturm. Also entschieden wir spontan, weiterzufahren. Beim Einstieg rutschte ich aus, rutschte mit dem Bein unter den Zug – ein Schmerz, den ich nicht vergessen werde. Die Wunde ist bis heute sichtbar.
Sofort war die Schaffnerin da, fragte, half, entschuldigte sich mehrfach. Schweizer Freundlichkeit in Reinform. Weil sie mir nicht viel helfen konnte, bekamen wir einen Kaffee-Gutschein.
Wir fuhren weiter. Unten Frühling, oben meterhoher Schnee. Unglaublich. In Disentis stiegen wir aus – viel zu sehen gab es ohne viele Treppen nicht. Also fuhren wir zurück. Insgesamt waren wir fast acht Stunden im Zug.
Soldaten stiegen ein, das Abteil war plötzlich voll – und trotzdem ruhig, höflich, respektvoll. Wieder zurück Richtung Frühling. Diese Fahrt war eines der größten Highlights der Reise.
Ein Ruhetag
Nach diesem Tag brauchten wir Ruhe. Spazierengehen, Flüsse, Umgebung.
Denn vor uns lagen noch: Matterhorn, Jungfraujoch und Luzern.
und dann: Zermatt
Nach diesem Tag brauchten wir Ruhe. Spazierengehen, Flüsse, Umgebung.
Denn vor uns lagen noch: Matterhorn, Jungfraujoch und Luzern.
Der nächste sonnige Tag gehörte Zermatt. Alles war vorbereitet: Zeiten, Brotzeit, Skibrille. Von Visp kommt man überall hin.
Die Gornergratbahn liegt direkt gegenüber. Reduzierte Tickets, viele Menschen, viel Gedränge. Wir setzten uns entspannt. Vor dem Riffelsee stiegen wir aus – doch durch den Schnee war es zu anstrengend.
Und dann: Influencerin, halbnackt im Schnee, mitten in unserem Bild. Wir verstanden es beide nicht. So viele sahen nur sich selbst, kaum noch die Umgebung.
Oben auf knapp 3.000 Metern saßen wir auf einer Bank, aßen Brot und blickten auf das Matterhorn. Es ist der Lieblingsberg meiner Mutter. Zum zweiten Mal war sie dort – mit mir. Das war sehr bewegend.
Während es meiner Mutter mit jeder Minute besser ging, bekam ich Höhenprobleme. Schweren Herzens mussten wir zurück. In Zermatt schlenderten wir noch durch den Ort. Die Preise… hui. Eine Pizza teilten wir uns – die teuerste meines Lebens, aber auch eine der besten.
Abbruch – und ein letztes Abenteuer
Gesundheitlich ging es uns immer schlechter. Wir beschlossen, die Reise abzubrechen und auf direktem Weg heimzufahren. Das Jungfraujoch hatten wir zum Glück noch nicht gebucht. Die Schweiz läuft uns nicht weg – Visp war als Basis perfekt.
Auf der Rückfahrt kam noch ein Abenteuer: Autozug.
Mit dem Wohnmobil durch einen langen Tunnel – und danach wurden die Berge im Rückspiegel immer kleiner.
Fazit
Diese Reise war intensiv, fordernd, wunderschön und voller Erinnerungen.
Vielleicht das nächste Mal ohne Schnee – aber ganz sicher wieder in die Schweiz.
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Galerie
Lass uns noch einmal alle Fotos in voller Größe anschauen! Es ist immer so schön, die Erinnerungen groß und lebendig zu sehen. Viel Spaß dabei!
Dieser Reisebericht beschreibt eine persönliche Wohnmobilreise durch die Schweiz mit Fokus auf Visp, Bahnreisen durch die Alpen und einen Ausflug zum Matterhorn. Er zeigt Erfahrungen, Eindrücke und praktische Aspekte des Campings unterwegs.






























































