Eine Reise quer durch Frankreich
Campingreise nach Le Pin Sec – persönlich erzählt
Kurzüberblick
Reiseart: Wohnmobilreise durch Frankreich
Ziel: Camping Le Pin Sec, Naujac-sur-Mer
Anlass: Surfcamp unseres Sohnes
Reisestil: lange Etappen, viel Landschaft, wenig Autobahn
Diese Reise war keine klassische Urlaubsfahrt, sondern eine lange Strecke mit vielen Eindrücken, kleinen Zwischenfällen und genau der Art von Momenten, die unterwegs einfach dazugehören.
Warum diese Reise entstand
Okay, vielleicht nicht ganz quer durch Frankreich – aber doch ziemlich von oben nach unten.
Im Sommer stand für uns eine weite Reise an. Unser Sohn war im Surfcamp, und durch recht ungünstige Umstände hatte er keinen Platz mehr für die Rückreise bekommen. Also habe ich für uns zwei Übernachtungen auf dem Campingplatz Le Pin Sec gebucht und mich an die Reiseplanung gesetzt.
Die Hinfahrt sollte knapp an Paris vorbeigehen, die Rückfahrt etwas weiter weg davon. Mein Ziel war: so viel unterschiedliche Strecke wie möglich.
Erste Etappe – Nachtfahrt und Eulen
Wir sind am Montagabend losgefahren. Unser Etappenziel lag in der Gegend um Laon. Wir hatten schon mit Dunkelheit gerechnet, aber der Physiotherapietermin war wichtig, also blieb uns nichts anderes übrig.
Von der Landschaft habe ich in dieser Nacht nicht viel gesehen. Dafür umso mehr Eulen – erstaunlich viele sogar.
Den Stellplatz in Bruyères-et-Montbérault kannte ich bereits von meiner Fahrt nach Paris. Ein richtig schöner Platz mit Picknicktisch, viel Raum und Ruhe. Ohne Strom und Versorgung, aber für eine Nacht perfekt.
Ein unerwarteter Morgenmoment
Am nächsten Morgen entdeckten wir eine Pfütze unter Alois. Nach einigem Suchen fanden wir die Ursache: eine undichte Wasserleitung unter dem Waschbecken im Bad. Wir beschlossen, das Wasser nach jeder Nutzung abzustellen – und damit blieb alles trocken. Kein Grund, die Reise infrage zu stellen.
Nach dem Frühstück ging es noch schnell zu Aldi Frankreich. Viel Orangina, ein paar Getränke, ein bisschen Essen, das es bei uns so nicht gibt. Dann endlich wieder auf die Straße.
Unterwegs – Landschaft, Wälder und kleine Pausen
Mein Mann fährt problemlos lange Strecken, und ich nutzte die Zeit, um alles in mich aufzunehmen: Landschaften, Orte, Häuser. Besonders angetan hatten es mir die Vorgärten – genau so, wie ich sie mir wünschen würde.
Um Paris herum waren wir auf der Autobahn, leider auch im Stau. Ich warnte meinen Mann noch vor den Rollern, die von allen Seiten kommen könnten. Er lachte – bis wirklich einer zwischen uns und der Leitplanke vorbeischrammte. Zum Glück blieb es die einzige brenzlige Situation.
Ansonsten fuhren wir meist durch Felder oder durch riesige Wälder. Für mich ist das Durch-den-Wald-Fahren Urlaub pur. In einem Waldstück bei Fontainebleau machten wir Mittagspause, aßen etwas und gingen ein Stück spazieren. Ich hätte dort problemlos länger bleiben können.
Zweite Übernachtung – kleine Begegnungen inklusive
Unser Ziel für den Abend war ein Stellplatz in der Nähe von Angoulême. Unterwegs mussten wir noch eine Pause einlegen – der sogenannte „Liebesparkplatz“ kam gerade recht. Leider ging es dort weniger liebevoll zu: Ein LKW-Fahrer machte uns lautstark darauf aufmerksam, dass wir angeblich falsch stehen würden. Dass wir mit unserem Alois nicht in die kleinen Parklücken passen, wollte er nicht verstehen. Es waren aber noch genug Plätze frei.
Im Hellen kamen wir schließlich in Nersac an. Ein ruhiger Stellplatz nahe Rathaus und Friedhof, mit Wasser, Entsorgung und viel Freundlichkeit. Wir gingen noch eine Runde spazieren – die Beine waren doch etwas steif.
Alle Menschen, die uns begegneten, waren freundlich. Einzig der Pfau in der Nähe ließ permanent seinen Schrei los. Aber nach dem Abendessen waren wir so müde, dass es uns egal war.
Ein Morgen, der in Erinnerung bleibt
Am nächsten Morgen ließen wir uns Zeit. Die Strecke bis zum Campingplatz war laut meinem Plan nicht mehr weit. Während ich in der Tür stand, die Morgensonne genoss und mir die Zähne putzte, kam ein Gemeindearbeiter vorbei. Als er sah, dass ich beschäftigt war, ging er weiter – und kam kurz darauf zurück.
Er sprach uns an, erkannte, dass wir aus Deutschland sind, und kramte tatsächlich seine Deutschkenntnisse hervor. So weit weg von zuhause und so herzlich empfangen zu werden, war ein schöner Moment. Er entschuldigte sich sogar für seinen französischen Akzent.
Wir unterhielten uns über Reisen, zeigten ihm auf der Karte, wo wir herkommen, und er erklärte uns noch einmal die Entsorgung. Beim Wegfahren winkte er uns hinterher.
Richtung Bordeaux – und eine große Brücke
Nach einem Tankstopp ging es weiter Richtung Bordeaux. Ich hatte alle wichtigen Daten auf meinen Zetteln notiert und konnte meinem Mann genau sagen, wie wir einige Kilometer sparen würden. Das Navi war anderer Meinung – und versuchte ständig, uns umzuleiten. Ich blieb stur. Meine Route war besser.
In Bordeaux gab es wieder etwas Stau – wie eigentlich nur in der Nähe der großen Städte. Dann sah ich plötzlich etwas, das mir gar nicht gefiel: eine extrem hohe Brücke. Brücken gehören zu meinen größten Ängsten, und diese fühlte sich höher an als jedes Hochhaus.
Wir haben es überlebt.
Danach ging es fast nur noch geradeaus, durch viele kleine Orte. Irgendwann bogen wir links ab – und nach vielen Kilometern geradeaus standen wir schließlich am Campingplatz Le Pin Sec in Naujac-sur-Mer.
Ankommen am Meer
Ich hatte auf der Fahrt intensiv geübt, wie man auf Französisch sagt, dass man reserviert hat. Wir waren etwas zu früh – kein Problem. Bei der Anmeldung trafen wir sogar auf eine deutsche Mitarbeiterin.
Leider gab es einen Buchungsfehler. Der Platz war für unser Wohnmobil zu sandig. Aber wir bekamen einen Notplatz – und der war richtig gut. Strom brauchten wir nicht, also richteten wir uns entspannt ein.
Bevor wir das richtig taten, gingen wir direkt zum Strand. Unser Sohn hatte noch Surfkurs, und wir wollten zusehen. Der Weg durch den Sand war lang, aber wunderschön. Ich ging sogar mit den Füßen ins Meer – obwohl ich das eigentlich nicht vorhatte.
Der Rückweg durch den Sand forderte mich dann doch sehr. Ich bekam einen leichten Hitzschlag. Mein Mann ging später noch einmal ins Meer schwimmen und unterschätzte die Sonne ebenfalls – mit entsprechendem Sonnenbrand.
Abends standen wir auf der Düne und verabschiedeten gemeinsam mit vielen anderen den Tag.
Platzalltag & Atmosphäre
Am nächsten Tag holten wir unseren Sohn vom Camp auf der anderen Straßenseite ab, verbrachten den Nachmittag am Strand und genossen abends wieder den Sonnenuntergang.
Zum Campingplatz selbst:
Das Personal war durchweg super nett. Trotz Fehlbuchung bekamen wir einen guten Platz. Zwar mitten in der Sonne, aber mit Markise und ständigem Lüftchen gut auszuhalten.
Die Sanitäranlagen waren einfach, aber sehr sauber. Keine Geschlechtertrennung, kein Toilettenpapier, keine Brillen – gewöhnungsbedürftig, aber erstaunlich unkompliziert. Die Duschen hatten wechselnde Temperaturen: viel Sonne bedeutete heißes Wasser, später eher kalt.
Was besonders auffiel: Die Menschen waren zufrieden und entspannt. Diese Stimmung war unglaublich erholsam.
Rückfahrt – Hitze, Entscheidungen und Gespräche
Unser erstes Ziel auf dem Rückweg war Vierzon, wo in diesem Jahr auch die Tour de France vorbeikam. Der Stellplatz lag nah am Fluss, wir standen auf einer Wiese – leider bei großer Schwüle und mit sehr vielen Mücken.
Im Alois hatten wir nachts konstant 35 Grad. Fenster offen, Fliegengitter zu – trotzdem kaum auszuhalten. In dieser Nacht beschloss ich, am nächsten Tag komplett nach Hause durchzufahren. Gewitter waren angekündigt, und noch eine solche Nacht hätte ich nicht ertragen.
Ich nahm mir vor, Akkulüfter zu besorgen. Ein bisschen Wind macht einen riesigen Unterschied.
Die letzte Etappe – Frankreich im Herzen
Die letzte Strecke war lang, aber wunderschön. Blühende Beete an den Straßenrändern, wechselnde Landschaften, viele Gespräche. Wir sprachen über Träume, über unseren perfekten Campingplatz, über Lage, Größe und Gebäude.
Wir haben uns auf dieser Fahrt noch einmal neu in Frankreich verliebt. Im Moment könnten wir uns gut vorstellen, unsere Rente irgendwann im Süden zu verbringen – näher an Meer und Bergen, weg von der Kälte. Es ist noch Zeit. Wir lassen es auf uns zukommen.
Kurz vor der Grenze füllten wir noch einmal unsere Vorräte an Orangina, Panaché und Erdbeerwasser auf. Dann ging es durch Belgien, durch die Niederlande – und wieder nach Hause.
Fazit
Diese Reise war weniger anstrengend, als man denkt. Auch wenn wir viel gefahren sind, haben wir unglaublich viel gesehen. Am liebsten wäre ich noch länger unterwegs gewesen.
Unser Timing war perfekt: Am nächsten Tag mussten wir unseren anderen Sohn in Düsseldorf vom Bus abholen – und alles ging auf.
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Eindrücke dieser Reise
Dieser Reisebericht beschreibt eine Wohnmobilreise durch Frankreich bis zum Campingplatz Le Pin Sec an der Atlantikküste. Er zeigt persönliche Eindrücke zur Anreise, zum Campingplatz und zum Alltag unterwegs.

















































